Solange ein Elternteil gesund und selbstständig ist, denken wir selten an Formalitäten. Das Problem zeigt sich in der Krise: Das Krankenhaus gibt keine Auskunft, die Bank zahlt kein Geld für Medikamente aus, und das Amt verlangt das Erscheinen einer Person, die im Bett liegt.
Worüber man sprechen sollte
- eine Entbindung von der Schweigepflicht bzw. Vollmacht für Auskünfte über die Gesundheit – beim Hausarzt und bei der Krankenhausaufnahme,
- eine Kontovollmacht, die bei der Bank erteilt wird,
- eine Vollmacht zur Abholung von Rezepten, Sendungen und Post,
- bei Bedarf eine umfassendere Vorsorgevollmacht – am besten nach Beratung durch einen Notar oder eine Anwältin.
Wie man das Gespräch beginnt
Viele Senioren verstehen dieses Thema als Zeichen, dass die Familie sie „schon abschreibt“. Es hilft zu betonen, dass es um Sicherheit und Bequemlichkeit im Notfall geht und nicht darum, die Kontrolle zu übernehmen. Auch ein Beispiel hilft: „Frau Müller lag im Krankenhaus, und ihr Sohn konnte nichts erfahren.“
Respekt vor Entscheidungen
Eine Vollmacht nimmt dem Elternteil nicht das Recht, über sich selbst zu bestimmen. Er wählt, wem er vertraut und in welchem Umfang. Die Unterlagen sollten an einem bekannten Ort aufbewahrt und Kopien an die bevollmächtigten Personen gegeben werden. Rechtliche Einzelheiten klärt man am besten mit Fachleuten.



