„Die Suppe ist zu salzig, im Zimmer ist es kalt, niemand besucht mich“ – tägliches Klagen kann selbst die geduldigste Betreuungskraft ermüden. Man sollte aber bedenken, dass Klagen für viele Senioren ein Weg ist, Schmerz, Einsamkeit, Angst oder den Verlust der Kontrolle über das eigene Leben auszudrücken.
Was hinter dem Klagen stecken kann
- Schmerzen oder Beschwerden, über die der Senior nicht direkt spricht,
- Langeweile und fehlende Beschäftigung,
- Sehnsucht nach Angehörigen und Einsamkeit,
- Frust über den Verlust von Fähigkeiten,
- Neindergeschlagenheit, die man dem Arzt melden sollte.
Wie man reagiert
Statt zu erklären, dass „es doch nicht so schlimm ist“, ist es besser zuzuhören und das Gefühl zu benennen: „Ich sehe, heute ist es schwer für Sie.“ Betrifft die Klage etwas, das sich ändern lässt, schlagen Sie eine konkrete Lösung vor. Hilfreich ist auch, die Aufmerksamkeit auf etwas Angenehmes zu lenken – einen Spaziergang, Lieblingsmusik oder einen Anruf bei der Familie.
Achten Sie auf sich
Nehmen Sie nicht jede Bemerkung persönlich. Eine kurze Pause, ein paar tiefe Atemzüge oder ein Gespräch mit einer anderen Betreuungskraft helfen, die Ruhe wiederzufinden. Schlägt das Klagen in beleidigendes Verhalten um, sollte man mit der Familie oder der Koordinatorin sprechen.



