Hinter der Weigerung, zum Arzt zu gehen, steckt meist mehr als Sturheit: Angst vor einer schlimmen Diagnose, Scham, Erschöpfung von früheren Terminen, Probleme mit dem Weg dorthin oder die Sorge, im Krankenhaus zu landen. Den Grund zu verstehen ist der erste Schritt.
Was helfen kann
- ruhig fragen, wovor der Elternteil Angst hat, und ohne Wertung zuhören,
- an seine Ziele anknüpfen: „Du willst doch weiter in den Garten – lass uns das Knie untersuchen lassen“,
- anbieten, gemeinsam hinzugehen und beim Gespräch zu helfen,
- die Logistik erleichtern: passender Termin, Transport, kurze Wartezeit,
- nach einem Hausbesuch oder einer telefonischen Beratung fragen.
Was man vermeiden sollte
Drohungen, Schreien oder ein Termin hinter dem Rücken des Elternteils verstärken meist den Widerstand. Geduld und mehrere kurze Gespräche wirken besser als ein großer Streit. Manchmal erreicht eine Vertrauensperson mehr – der Hausarzt, ein Freund oder ein Enkel.
Wann man nicht warten darf
Es gibt Situationen, in denen nicht verhandelt wird. Beschwerden wie Brustschmerzen, plötzliche Schwäche einer Körperseite, Sprachstörungen, starke Atemnot oder Bewusstlosigkeit erfordern sofort einen Notruf unter 112.



